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Januar Kolumne

Veröffentlicht am 02.02.2017

Vollbremsung!

 

Komischer Titel für einen Laufartikel? Nö. Das Reifenquietschen bezieht sich auf die zunehmende ernährungstechnische verschlamperung des geschätzten Bloggers. Weihnachten … ach je, wieder mal! Nochmal: Weihnachten mit seinen bereits im Spätaugust auftauchenden Dominosteinen, Nikoläusen und Lebkuchen, sowie dem immerhin einigermaßen termingerechten fetthaltigen Federvieh samt kalorienbombigen Desserts, ging nicht spurlos an mir vorüber. Knappe zehn Kilo versammeln sich nun in geschlechtsspezifischer Apfelform um die Körpermitte. Meine geliebte Gore-Windstopper-Jacke spannt faltenfrei. Der Kraftaufwand um die Jeans über den Achtersteven zu ziehen erhöht sich von Woche zu Woche und mein Gesicht hat sich von der angestrebten Clooney-Form zu dem eines rosigen Milupa-Bübchens entwickelt. „Gut siehst du aus“ höre ich immer öfter. Der gesellschaftsfähige Zwilling von „Fett bist du geworden.“ Nackisch zeigt die Waage 89,1 kg an, in kompletter Hauptberufskluft sind das dann 95. Fünf-Und-Neunzisch! Fast hundert! Wobei der letzte Check beim Doc auch noch eine um einen ganzen Zentimeter verringerte Körpergröße dokumentierte. BMI? Alarme schnarren durch die Gänge, rote Rundumleuchten blitzen und sonore Lautsprecherstimmen plärren: „Grenzwertüberschreitung! Grenzwertüberschreitung! Legen Sie sich flach auf den Boden, verteilen Sie ihr Gewicht auf eine möglichst große Fläche und warten Sie auf das Bergungsteam!“

Rettung? Da gibts nix mehr zu retten. Hier wird nur noch geborgen.

Vollbremsung! 900 Gramm vor der Schallmauer schmeiße ich ein halbvolles Glas Nutella in den Müll, kippe das Fertigmüsli in die Biotüte und stelle den Eimer (plus 100gr Gratis!) mit Gummizeug ins Speditionsbüro. Dann rüste ich ich für den Krieg gegen die Pfunde! Mein Schlachtplan:

 

Eins: Ich werde Mitglied in der SG-Stern Laufabteilung. Jährliche gemeinsame Laufreise, motivierende Unternehmungen und eine schicke Jahresgabe für alle, die an mindestens fünf Lauf-Veranstaltungen im Jahr teilgenommen haben. Kilometerfresser erhalten einen Pokal und auch das Segment der Gelegenheits- und Langsamläufer wird auf den Treffen Weightwatchermäßig beklatscht.

 

Zwei: Ich suche mir einen adäquaten Laufpartner mit dem ich mich regelmäßig verabrede! Gefunden habe ich meinen Nachbarn Ingo. Ein Koch und Grillmeister. Ups! Okay ich lass die Beilagen weg. Blöd nur, dass der die weltbeste Pizza macht. Zum Ausgleich habe ich aber noch einen schlanken und fitten Schwiegersohn, der die Krämerwalze ab und zu in ungewohnte Temposphären führt.

 

Drei: Dann kam Marco. Begründer und treibende (seeehr treibende) Kraft von Athletes For Charity. (A4C) Ein quirliger Sportler, der Aktionen zugunsten kranker Kinder ins Leben ruft. Dazu hat der eine so herzliche und mitreißende Art an sich, dass ich mich spontan als Supporter meldete. „Unstoppable“ ist seither auch mein Motto, was ja bisher eher für meine Leibesfülle galt. Schwitzen und Gutes tun. Für sich selbst, für die A4C Gemeinschaft und für Menschen, die trotz schwerer Erkrankungen auch mal wieder glücklich sein wollen. Eine wahrhaft große Motivation!

 

Doch genügt dies alles, um aus der Marathonne wieder einen Marathoni zu machen? Okay, Marathon laufe ich nicht mehr. Muss nicht sein. Habe ich alles schon zur Genüge hinter mir. Aber der Halbe ist immer noch angesagt. In diesemJahr zum Bleistift. Der Spargellauf in Lampertheim. Mit dem Koch! Der mir hoffentlich nicht davonläuft. Dann noch einen im Hochsommer und einen im Herbst auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Ernst! Und nicht auf dem Laufband!

 

Vier: Dann dieser Blog! Gnadenloses Outing! Leser in Hamburg oder im Oberengadin können nicht kontrollieren, ob ich das, was ich hier so schreibsel auch wirklich mache, aber in meinem direkten Umfeld gibt es eine ganze Menge Leute, die mir sehr genau auf die Finger, Pardon, auf die Füße schauen und denen kann ich so schnell nix erzählen.

 

Wie schaut denn nun die neue Sportwoche aus?

So: zweimal kleine Läufe zwischen fünf und sieben Kilometer gewürzt mit Lauf-ABC Übungen und/oder Intervalleinheiten. Donnerstags Bootcamp, Sonntags Lauf-ABC mit abschließendem Lauf, der auch mal länger sein darf. Zu Bootcamp und Lauf-ABC gibt es demnächst eigene Artikel.

 

Ob ich das durchhalte? Bleibt diesem Blog treu (gibt es auch auf FaceBook „Die Marathonne“) und ihr werdet es erleben.

 

Bleibt in Bewegung, eure Marathonne

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