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Die Marathonne als Buch!

Veröffentlicht am 07.11.2017

 

Für alle, die meiner Zeit als "Kolumnator" bei Runner's World nachtrauern: ich plane meine frühen Reportagen (ab 1999) sowie meine Kolumnen als e-Book und als gedrucktes Buch zu publizieren. Zur Zeit sichte und sortiere ich das ganze Material, danach geht's zu meiner Lektorin. Also noch ein wenig Geduld. Ich denke dass "Die Marathonne" Anfang 2018 erscheinen wird. Die Illustration auf dem Cover stammt übrigens von Steffen Boiselle (100% Pälzer), dem ich dafür sehr dankbar bin.

 

Hier ein kleiner Vorgeschmack: 

Wie alles begann

In den ersten Januartagen des Jahres 1998 quälte sich ein fast 100 Kilo schwerer 42-jähriger Mann über eine knapp vier Kilometer lange Strecke durch den heimatlichen Wald. An seiner Seite ein etwas jüngerer und etwas leichterer Gefährte, der aber ebenfalls zum ersten Mal im Laufschritt unterwegs war. Beide waren (und sind) stolze Familienväter deren Frauen belustigt und zweifelnd den neu erwachten Ehrgeiz ihrer Gatten als rasch wieder verklingende Randerscheinung abtaten. Weder die Ladys noch die völlig ausgelaugten Vier-Kilometer-Cracks ahnten an jenem nasskalten Morgen, dass einige Jahre später beide Männer mehr oder weniger lädiert, doch lachend und stolz die Ziellinie des Bieler 100-Kilometer-Laufs passieren würden.

Der ein oder andere wird sich erinnern: „Die Marathonne" war meine erste Reportage, die in RUNNER'S WORLD erschien. Die schweißtreibenden 48 (!) Minuten meines ersten Laufs in durchweichten Baumwollschlabberhosen und Discounter-Latschen waren mein Start ins Läuferleben. Es folgten diverse Wettkämpfe vom 10-Kilometer-Volkslauf über den Duisburg-Marathon bis zu legendären Ultraklassikern wie Rennsteig und Biel. Aus fast zwei Zentnern Lebendgewicht wurden knackige 75 Kilo, und die Gattinnen bezeichneten uns mittlerweile nicht mehr als Laufträumer, sondern als Laufverrückte.

Mittlerweile bin ich über Sechzig und habe in den letzten Jahren das Wettkampflaufen ganz aufgegeben. Nur noch für die Fitness, lautete die Devise, und ich wurde zum stressfreien, trainingsplanabstinenten Laufschluri. Heute keinen Bock zum Laufen? Bleib ich auf der Couch. Resultat des Schlendrians: Schleichend näherte sich mein Gewicht wieder speckig-jugendlichen Werten. Ups!

Aus der Lethargie weckte mich der Plan, mein Buch-Projekt „Die Marathonne“ zu veröffentlichen. Mit ausgewählten Reportagen und Kolumnen aus RUNNER’S World und aktuellen Texten. Ich erschrak. So, wie es mittlerweile um mich stand, würde es eine Parabel werden: vom dicken jungen Mann über den gut trainierten Sportler zum dicken Opa. Das durfte nicht geschehen! Deshalb mache ich nun eine Schreibpause und gehe in den Wald. Jetzt! Sofort! Es regnet, es stürmt, es ist kalt. Egal! Bleibt dran, gleich geht's weiter! Ihr könnt jetzt was essen, oder selber laufen gehen oder einfach weiterlesen …

Geschafft! Acht Kilometer in 53:33 Minuten. Anstrengend wie früher ein 15er, aber fast im gewohnten Tempo von 6:40 Min/km. Mit Wampe! Kampfgewicht: 87 Kg. Wenn ich jetzt dranbleibe, kann ich das Ruder noch rumreißen. Heißt aber auch: weg mit dem ganzen Süßkram, den ich seit Wochen in mich reinstopfe.

Regelmäßige Leserinnen und Leser wissen: Manni ist ein Frustfresser +. Das „+" steht dafür, dass ich nicht unbedingt Frust haben muss, um ungehemmt über Schoki, Torte & Co. herzufallen. Das wird am schwersten werden. Aber ich habe bereits eine Lösung im Blick. In meiner Lieblingsbuchhandlung in Nachbarort gibt es einen Shop-im-Shop mit toskanischen Spezialitäten. Da habe ich mir jüngst eine mediterrane Genusstüte füllen lassen. Vor dem Fernseher frisch abgesäbelten Parmigiano mit Oliven zu knabbern, verweist jede Chipstüte ins Abseits. Was aber wirklich schmerzt: auf die heißgeliebten süßen Teilchen vom Bäcker zu verzichten, die ich täglich um 10 und 15 Uhr zur Erhaltung der allgemeinen Fahrtüchtigkeit mampfe.

Diesen Monat steht übrigens wieder eine Blutentnahme beim Diabetologen an. Also Disziplin! Ja, ihr dürft lachen. Disziplin passt zu mir wie ein Heizstrahler zum Schneemann. Aber: Uffbasse! Unter 85 Kilo werfe ich hiermit in den Ring. En garde!

 

So. Jetzt kennt ihr meine Schreibe und meine Einstellung zum Laufen. Ich habe zwar alles gemacht, was ein „richtiger“ Läufer glaubt, gemacht haben zu müssen, also diverse Marathons, Halbmarathons, Zehn-Kilometer-Läufe und sogar Ultras. (Alles was über Marathon hinausgeht) Aber ich musste mir alles erkämpfen, stand nie auf einem Siegertreppchen und hatte stets den Besenwagen oder das Besenfahrrad im Genick. Spaß hat es aber immer gemacht. Zumindest, wenns vorbei war und ich mir zum zwanzigsten mal gesagt habe: Nie wieder! Mittlerweile bin ich ein reiner Spaßläufer, der das Zusammensein mit dem kunterbunten Laufvölkchen geniesst, die „Wettkämpfe“ nach landschaftlicher Schönheit oder Extravaganz aussucht und so ganz nebenbei seinem Diabetes davongelaufen ist.

 

In diesem ersten Band könnt ihr nachlesen wie alles begann. Vom ersten Marathon bis zum Hundert-Kilometerlauf. Vom fast Zweizentnermann zum schlanken Sportsmann und (fast) wieder zurück. In diesem Buch findet ihr die frühen RUNNER’s World Reportagen ab 1999 und die ersten monatlichen Kolumnen die ich für dieses Magazin schrieb.

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